"Talk about what?" Alles rund um die Fotografie... ...aber warum???

Das letzte Jahr hat mir in der Fotografie so manche Fragen in den Sinn getrieben, auf die ich explizit keine Antwort bekam. Und wenn ich eine Antwort hatte, war sie unbefriedigend. Ebenso sind mir Verhaltensweisen und Muster in der Community der Hobbyfotografen aufgefallen, die mich den Spaß und den Sinn des Fotografierens hinterfragen lassen. 

 

Zu Beginn, am Anfang meines geweckten Interesses stand für mich die Fotografie als Mittel, um Aufmerksamkeit zu erreichen. Egal wie. Hauptsache Likes werden generiert und mein damaliges, mangelndes, Selbstwertgefühl würde gefüttert werden. Aber die erhoffte innerliche Befriedigung blieb aus, weshalb auch zwischenzeitlich mein Interesse für geraume Zeit beeinträchtigt waren. Ich wollte nichts schaffen, was für andere bestimmt war, sondern etwas, was mir selbst eine Bestätigung, einen Wert auferlegt. 

 

Dämlich, Dumm und total schwachsinnig betrachte ich heute die erste Zeit meiner Hobbylaufbahn. Zurecht. Denn den eigenen Selbstwert kann man nur stärken, wenn man sich mit dem Leben und seiner selbst beschäftigt. Kurzum hat ein Umdenken stattgefunden. Ein Großes dazu. Ich habe die Fotografie in meine eigene persönliche Entwicklung implementiert und nutze sie seither als Wegweiser für mich und meine Gedanken. Nicht mehr als Aufmerksamkeitsgenerator. Warum sollte ich auch? 

 

Die Fotografie würde ich mit diesem handeln nur beleidigen und ihren Sinn, den ich in ihr inzwischen sehe, vernichten und sie niemals ehren für das, was sie mit uns anstellen kann. Sie würde keinen Nutzen haben. Zumindest keinen positiven. Auch würde sie verkommen oder anders gesagt, ich würde ihrem Verfall mehr Nährstoffe bieten. Denn sie ist zu einem gewissem teil verkommen und verrufen sowie ein Mainstreamhobby geworden. 

Hier lasse ich bewusst die berufliche Schiene außen vor, denn jeder Hauptberuf birgt Hürden und dient zu guter Letzt dazu unser tägliches Brot zu generieren. Wohl denen, die nicht vollständig auf jeden Auftrag angewiesen sind.

 

 

 

 

Bild: Jan Bittger

Das soll hier aber nicht das Thema sein. 

 

Ich verlor den Spaß am Fotografieren und legte aufgrund dessen meine Kamera eine Zeit bei Seite. es stand für mich nun die Frage im räum, wie es nun weitergehen soll. Schließe ich mich der Social Media Community an, die mich seit längerem langweilt und mir keinen, den für mich entsprechenden, Content liefert? Oder versuche ich die Fotografie (Hobby) für mich positiv zu nutzen und schwenke vom Mainstream ab? 

 

Klar, warum nicht!

 

Warum soll ich das präsentieren oder erstellen, was andere sehen wollen? Dafür ist mir meine Lebenszeit zu wichtig. viel schöner waren die Momente, in denen ich Gefühle und Emotionen einfangen konnte, die zwar in aller erster Linie nur von mir selbst gefühlt und gespürt wurden, aber bei anderen ebenfalls ein Gefühl hervorriefen. Dieser Zeitraum war für mich der Augenblick, in dem ich begriff, dass die Fotografie ein Mittel ist um Gefühle vermitteln oder hervorrufen zu können und nicht nur um Bilder zu machen, die Seelenlos erscheinen. 

 

Wie sagte am Samstag der liebe Robin treffend: " man muss nicht nach Ghana oder sonst wo hinreisen um elend zu sehen. Es reichen die unzähligen Fotografiegruppen bei Fratzenbuch und co. vollkommen aus."

 

Allerdings. 

 

Und genau diese Gruppen waren für meinen inneren Unfrieden mit der Fotografie verantwortlich. Zu Beginn wird man auf das brutalste irregeführt. Man widerfährt eine Art Gehirnwäsche, die sich so schnell nicht wieder rückgängig machen lässt.

 

Kurz gesagt verlangte mein Geist und mein Hirn nach mehr als nur stupide Bilder, technisch perfekte Abbildungen oder unnötig nackter Haut. Die beiden verlangen nach Emotionen und Gefühlen. Nach neuen Gedanken und Bildern dich ich selbst mit meinen Gedanken untermalen kann oder nach Bildern, die neue Gedanken und Gefühle in mir hervorrufen.

 

 

 

 

Bild: Jan Bittger

Nur wo findet man Gleichgesinnte, die ebenfalls auf einem eigenen Pfad unterwegs sind und nicht der Masse verfallen? Sie sind selten und schwer ausfindig zu machen, wenn man sich nicht mit anderen Fotografen beschäftigt. Doch über kurz oder lang kristallisieren sie sich aus der Masse heraus und man findet auf den unterschiedlichsten Wegen zueinander. 

 

Durch mehrere Fotografen bin ich dann zu dem Entschluss gekommen, eine Art "Talkrunde" ins leben zu rufen, die sich nicht mit den unzähligen Stammtischen gleichen soll. Hier sollen Menschen zusammenfinden, die auch fernab der Fotografie angesiedelt sind und trotzdem, aus der Metaebene heraus, in ihr ihren Platz finden, bzw. dazu beitragen die eigene Sicht und das Verständnis für das fotografieren auf ein anderes Level zu bringen. Weitsicht heißt das Zauberwort.

 

Die Idee war einfach...

 

Mit Menschen diskutieren und auf die Auswirkungen der Fotografie auf unser Leben oder unsere Wahrnehmung eingehen. Weiter zu denken als der Mainstream und verstehen lernen was Fotografie sein kann, was sie bewirken kann, was jeder Teilnehmer für Ansichten hat und was die Fotografie für das Individuum bedeutet. 

Bilder: Matthias Thorenz

"Scheisse. Ich bin schon wieder abgedriftet." 

 

Manchmal muss das so sein. :-)

 

Lange Rede kurzer Sinn (oder auch nicht :-)).

 

Ich habe vor geraumer Zeit genau zu solch einer Gesprächsrunde eingeladen und binnen kurzer Zeit fanden sich auch Teilnehmer, die sich unvoreingenommen dazu gesellen wollten. Zu Beginn waren nur max. 6 Teilnehmer geplant, aber wie es manchmal so ist, wird der eigene Plan manchmal über Bord geworfen. 

 

Anfangs dachte ich mir: "Cool, es gibt doch einige, die sich für die Themen die mich bewegen interessieren." 

 

Doch später wurde mir ein wenig mulmig zu mute, vor allem wenn man bedenkt, dass zwei bekannte Podcaster / Fotografen, ebenfalls, mit ihr Interesse bekundet haben. 

 

Ein paar der Teilnehmer waren mir vorher schon persönlich bekannt und mit ihnen habe ich auch über diverse Themen schon kurze und interessante Gespräche führen können. Doch mit Personen die selbst in der Öffentlichkeit stehen, ob mehr oder weniger spielt hier ja keinerlei rolle, habe ich bisher seltener zu tun gehabt. 

 

 

An dieser Stelle möchte ich kurz danke sagen an:

 

Matthias Thorenz

- Hobbyfotograf,  www.Mt-PIX.de -

 

Julia Tewocht

- Hobbyfotografin & Wortfinderin, www.hier-guckstdu.de - 

 

Christian Fürst

- Hobbyfotograf & Mediengestalter -

 

Christian Beifuss

-  Trainer und Couch von Kreativitätstechniken, www.successful-thinking.de -

 

Robin Disselkamp

- Hobbyfotograf & Podcaster, www.robindisselkamp.de -

 

Karsten Andres

- Berufsfotograf & Podcaster, www.andreas-fotografie.de / www.ruhrpottfotografen.de

 

Martin Chabinski

- Hobbyfotograf & Künstler -

 

 

 

"Danke für den interessanten Abend. Für die interessanten Gespräche, neuen Eindrücke und der Erkenntnis, dass man sich auf dem richtigem Weg befindet."

 

Durchgehend seid ihr sehr interessante Menschen mit einem offenen, direktem, Wesen. Und das liebe ich an Menschen. Keine Fassade, keine Maskerade, direkt offen und ohne Hand vor dem Munde.

Zu Anfang war mir selbst doch ein wenig unwohl bei der Eröffnung unserer Runde und ich habe innerlich nur noch gedacht:

 

"Fuck jetzt verkackst du das ganze Vorhaben." 

 

Warum weiß ich nicht wirklich, aber trotz meiner inneren Nervosität hat der Abend sehr schnell eine positive Eigendynamik entwickelt, in der sich alle Teilnehmer mit unterschiedlichsten Thematiken auseinander gesetzt haben.

 

Themen wie "die Wahrnehmung der Fotografie in der Social Media Welt", oder "die Bedeutung für den oder die einzelne/n im eigenen Leben" waren sehr interessant und prägend.

 

Auch die unterschiedlichen Berührungspunkte jedes/jeder einzelnen Teilnehmers/Teilnehmerin mit der Fotografie haben eine gemeinsame Faszination ausgelöst.

 

Gerade und vor allem das Thema "Reduktion in der Fotografie" beschäftigte uns an diesem Abend doch ausgiebig. Für euch hab ich hier mal einen Ausschnitt aus Christian B. seinem Resümee als Coach, zu genau diesem Thema.

 

Bilder: Julia Tewocht

Man muss jetzt ehrlich gestehen, dass zum Ende hin doch ein wenig die Technikschiene ausgefahren wurde, da einzelne Gäste, ebenso auch ich, gerne mal über das ein oder andere technische diskutieren. Ob es zwingend erforderlich ist, sei dahin gestellt, aber interessant ist die ein oder andere technische Auseinandersetzung doch. 

 

Zum Glück sind wir, die Teilnehmer, alle keine Pixelpeeper und können uns mit gesundem Verstand sowie ohne aufbauenden Kaufzwang dem technischen Nähern, um das ein oder andere Detail zu verstehen. :-)

 

Gott sei Dank.

 

Entgegen meinen Erwartungen und Befürchtungen hat sich der Abend in eine sympathische, diskussionsreiche und angenehme Richtung entwickelt, die, zumindest von mir, nicht erwartet wurde. Ebenso auch das Feedback der Gäste und Teilnehmer. Aufgrund dessen wird in naher Zukunft wieder eine "Talkrunde" Zustandekommen, die auf diverse Themen expliziter eingehen wird. 

 

Ich freue mich deshalb schon jetzt auf neue Menschen und ihre Gedanken sowie Ansichten.

 

Ebenso freue ich mich auch auf, nun bekannte Gesichter, die weiteren Gespräche und verbalen Eskalationen. :-)

 

Bleibt alle gesund und munter.  

 

Euer Jan B.

 

- JB Fotoworks Hagen -

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Ulli (Montag, 06 Januar 2020 22:07)

    Hallo,
    den Beitrag von Christian B. aus FaceBook solltest Du nach Reucksprache komplett einfuegen ... dann har das Bestand

    bis dann
    Ulli

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