Die Fotografie als Hobby

"Wie kommt man dazu, sich Fotografie als Hobby auszusuchen?", werde ich von Zeit zu Zeit gefragt. Und dies noch unter einem leichten Kopfschütteln, bzw. mit ein wenig Unverständnis meines Gegenüber. Naja, was soll ich darauf sagen... "Warum sammeln manche Menschen Briefmarken, oder warum gehen manche Menschen auf die Pferderennbahn?" Dies sind auch Hobbys bei denen, ich selbst zumindest, ein wenig Unverständnis an den Tag lege. 

 

Jeder von uns hat etwas, um seinen Alltag ein wenig auszublenden. Die einen gehen reiten, die anderen schauen TV und liegen nach der Arbeit auf der Couch. 

 

Für mich sind dies nur bedingt Optionen die ich als Hobby wählen würde. Aber wie heißt es so schön:                    "Jedem das Seine."

 

Natürlich ist es auch sehr angenehm, nach einem stressigen Alltag einfach auf der Couch zu liegen und sich von unserem, ach so niveauvollen, Fernsehprogramm berieseln zu lassen. Noch einfacher ist es nun wirklich nicht, seinen grauen Zellen ein wenig Auszeit zu gönnen. Nur stellt sich mir dann  die Frage, will ich das überhaupt auf Dauer?

 

"NEIN. AUF KEINEN FALL."

 

Für mich ist die Fotografie inzwischen der perfekte Ausgleich zum Alltag und eine Bereicherung für mein persönliches Leben. Die Tatsache alleine, die unterschiedlichsten Menschen kennen zu lernen, ermöglicht mir es, meine Sichtweise auf die Menschen und das Leben zu erweitern. In einem Prozess zu gelangen, indem ich meine Umwelt und meine Person selbst anders wahrnehmen kann, ist ein sehr schöner und dennoch sehr wichtiger Aspekt im Leben. 

 

Man hat die Möglichkeit, die kleinen Dinge im Leben besser wahrzunehmen. Wenn ich mich auf die Naturfotografie fokussiere, genauer auf die Makronatur, dann wird man sehr schnell erkennen, dass man in seinem Alltag keinerlei Gespür für das kleine unscheinbare mehr besitzt. 

 

Und genau dieses kann man in der Natur Stück für Stück wiedererlangen.

 

Auch die positiven Auswirkungen der Fotografie im Bereich Portraits, machen sich nach und nach bemerkbar. Die Möglichkeit auf andere Menschen eingehen zu können, ist nicht jedem von uns in die Wiege gelegt worden und dennoch ein wichtiger Baustein für unseren Charakter. In der Fotografie kann man die unterschiedlichsten Individuen treffen, welche vor denen man bisher immer eine gewisse Abneigung besessen hat, oder ganz neue, unbekannte surreale Gestalten und Persönlichkeiten, mit denen man sich Charakterlich und Intellektuell auf Neuland begibt.

 

Aber genau das, ist das faszinierende an der Fotografie. Die Vielfalt der Möglichkeiten.

 

Man kann das Hobby "Fotografie" betreiben um ein paar "schöne Bilder" zu machen, wie viele Hobbyfotografen dies beschreiben. Oder man sieht etwas genauer hin. Man betrachtet das erstellte Bild nicht als "schönes Foto", sondern versucht hinter das Bild zu schauen. Man versucht es zu lesen. Was will mir das Bild mitteilen? Was erwirkt es in mir? Kann das, was auf dem Bild zu sehen ist, mich erreichen? Oder entzündet es keinerlei Funken in mir? 

 

Genau dieses möchte ich vermitteln und bin froh darüber, das Fotografieren für mich entdeckt zu haben. Ich selbst begebe mich auf eine Reise, die mir ein Stück Entwicklung mit gibt und es ermöglicht meine Sinne auf die wichtigen kleinen Dinge zu schärfen.

 

LG 

 

Jan B.

 

 

 

 

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